„Ich zeichne einen dünnen schwarzen Strich. Ich konstruiere, was ich sehe. Ich skizziere und bearbeite es. Oft ist es nicht mein Auge, das versteht, sondern meine Hand, wenn sie den Strich zieht. Sie fängt die Haltung, das Gewicht und den Platz ein, den ein Mensch, ein Tier oder ein Baum innehat. Die Distanz zwischen den einzelnen Dingen, die Ruhe und die Spannungen. Mein Strich versucht, alles aus der Landschaft zu vereinen, damit sich Himmel, Vegetation, Vögel und Blumen miteinander verflechten, damit alles ein Ganzes bildet, damit das Lebendige eins wird und von meinem Strich gleich behandelt wird.“


Der Reiher, Isabel Pin, Rheinsbergbogen 62, Tucholsky-Literaturmuseum 2025

Isabel Pin